Bericht

Was wir tun

Es ist 13.30. Lärmend kommen die Kinder aus der Mittagspause zurück in die Schule gerannt, wer ist als erster im Schulgebäude? Ein Teil der Kinder geht jetzt nach Hause, wo die Mama wartet, gegessen und bei den Hausaufgaben geholfen wird. Der andere Teil bleibt in der Schule, Vollzeitbetreuung nennt man das. Die Eltern arbeiten und/oder sind anderweitig gehindert, ihren Kindern bei den Hausaufgaben und der Gestaltung des Nachmittages zu helfen. Auf Wunsch der Lehrer kümmern wir uns jetzt um einzelne Kinder, die eine verstärkte Unterstützung brauchen und denen von Seiten der Schule nur wenig geholfen werden kann.

Bericht der Deutsch-Gruppe

Seit etwas über einem Jahr unterstütze ich nun die Deutsch-Gruppe beim Arbeitskreis Vielfalt. Was man definitiv sagen kann – es wird nie langweilig. Wenn nicht gerade Ferien sind gehe ich Mittwoch um 13.30 Uhr zur Grundschule in Höfingen. Gemeinsam mit vier weiteren ehrenamtlichen Helfern unterstütze ich einen Teil der Kinder von Geflüchteten, die hier zur Schule gehen, bei den Hausaufgaben. Momentan handelt es sich hierbei um vier Jungen und fünf Mädchen. Für viele der Kinder ist das größte Problem nach wie vor die Sprachbarriere – vor allem das Lesen macht den Kindern oft noch große Probleme. So ist es natürlich auch schwierig, Aufgabenstellungen zu verstehen. Wir versuchen die Kinder da abzuholen, wo sie stehen. Dinge zu erklären, die im Unterricht nicht verstanden wurden. Neben der Erledigung der Hausaufgaben auch Spiele zu spielen, die die sprachlichen Fähigkeiten, die Aufmerksamkeit und die Konzentrationsfähigkeit verbessern. Natürlich wird auch viel gelacht. Wir versuchen, auf jedes Kind bestmöglich einzugehen und sie immer weiter zu ermutigen. Wir lassen die Kinder vorlesen, wenn sie müde werden, dann lesen auch wir manchmal für sie weiter und freuen uns, wenn die Kinder Interesse an den Geschichten zeigen. Auch hier muss oft noch viel erklärt werden „Weißt Du denn, was ein Ritter ist?“ „Hast Du die Geschichte verstanden, was ist genau passiert?“. Vor allem die Jungen haben oft Probleme, nach der langen Schulzeit am Vormittag noch 90 Minuten still zu sitzen – in diesem Fall darf dann auch gerne nach den Hausaufgaben noch Fußball gespielt werden.

Besuch der Akademie Schloss Solitude

Eltern mit Kindern der Höfinger Unterkunft für Geflüchtete, die vom AK-VIELFALT in Höfingen unterstützt werden, waren zu einem Besuch der Akademie Schloss Solitude eingeladen. In der internationalen Künstlerresidenz hatten Stipendiatinnen und Stipendiaten u. a. aus Großbritannien, Indien, Brasilien, China, Griechenland, Ägypten und Deutschland ein kleines Programm vorbereitet. Jedes Kind konnte sich zunächst aus einer Reihe von Vorlagen ein Motiv für das Gesichtsschminken auswählen. So verwandelten sich 11 Kindergesichter in die von Tieren, Prinzessinnen oder Superhelden. Im Anschluss daran wurden verschiedene Bewegungs- und Geschicklichkeitsspiele angeboten, die allen viel Spaß gemacht haben. Während des Mittagessens konnten über Sprachbarrieren hinweg erste persönliche Kontakte zwischen den Geflüchteten und den Akademiegästen und Stipendiaten geknüpft werden, die in den kommenden Wochen intensiviert werden sollen. Zum Abschluss durfte unter Anleitung eines chinesischen Performers ausgiebig getanzt werden und die Gruppe verließ mit vielen neuen Eindrücken und glücklich die Akademie.

Besuch im Wildpark Pforzheim

Frau Mornhinweg vom Roten Kreuz hatte am Mittwoch, den 26.07. eingeladen, und so fuhr eine Gruppe unserer Geflüchteten mit dem Bus nach Pforzheim in den Wildpark. Mitglieder des AK-VIELFALT begleiteten den Ausflug, der allen großes Vergnügen bereitete. 14 Kinder waren beim Ausflug dabei und bestaunten neugierig die Tiere. Auch die Spielplätze wurden ausgiebig getestet.

gruppe

Besuch im Lindenmuseum Stuttgart – eine Reise in den Orient

Am 6. Juni 2017 haben wir vom AK-VIELFALT aus einen Besuch des Lindenmuseums für unsere neuen Mitbürger aus Syrien organisiert. Unsere Gruppe bestand aus mehr als 20 Leuten, vor allem Kinder und Jugendliche. Per S-Bahn ging es nach Stuttgart.

Die Stadt bietet derzeit noch kostenlose Führungen für Geflüchtete und deren ehrenamtliche Begleiter an. Thematisch hatten wir die Abteilung Orient ausgewählt, die so manches vertraute Kulturgut aus dem gesellschaftlichen und religiösen Leben bot, aber auch interessante Fundstücke aus alten Zeiten.

Rückblick 2016, Ausblick 2017

Um die Jahreswende 2015/2016 - also vor einem Jahr - hatte ich entschieden, mich für die Bewältigung der Integration zugewiesener Geflüchteter an meinem Wohnort Höfingen als Ehrenamtliche zur Verfügung zu stellen. So kam ich im Januar 2016 ins Höfinger evangelische Gemeindehaus zur monatlichen Sitzung des AK-Vielfalt, zunächst nur als Zuhörerin. Einige Informationen zur aktuellen Lage vor Ort bzw. in der Hirschlander Straße waren “böhmische Dörfer”, mit denen ich zuerst wenig anfangen konnte. Es dauerte aber nicht lange, da begrüsste ich im Februar mit Unterstützung eines langjährigen AK-VIELFALT-Mitgliedes eine Familie am Tag des Einzugs, die ich seitdem als Pate begleite. Inzwischen ist zu dieser und einer weiteren ein enges Vertrauensverhältnis gewachsen, wofür ich dankbar bin. Das lässt manche Mühen, wie (immer noch) nicht aufhörende notwendige Schreiben an Behörden, Telefonate und E-Mails, Arztkontakte etc. in den Hintergrund rücken. Auch der intensive Kontakt unter den AK-Mitgliedern per E-Mail/WhatsApp, bei den monatlichen Treffen und in dem neu initiierten Patentreff haben es ermöglicht, die ein oder andere Hürde gemeinsam zu bewältigen.

Austausch bei Kaffee und Kuchen

Am 2. Advent luden der Arbeitskreis Vielfalt Höfingen und der Heimat- und Kulturverein zu einem Begegnungscafé ins alte Rathaus Höfingen ein. Somit konnten Alt und Jung, Groß und Klein, Menschen aus ganz unterschiedlichen Kulturen sich kennenlernen und untereinander ins Gespräch kommen. Beim zwanglosen Miteinander und Kaffee und Kuchen konnten die geflüchteten Menschen ganz nebenbei ihre Sprachkenntnisse in der deutschen Sprache verbessern. Innerhalb kürzester Zeit war der Raum mit rund 70 Menschen gefüllt und von Stimmengewirr erfüllt.

Ausflug zum Killesberg

Am Dienstag, dem 16.08.2016 machten 4 Paten des AK-VIELFALT mit Syrern, die seit Ende 2015 in Höfingen sichere Unterkunft gefunden haben, einen Ausflug.

Bei strahlendem Sonnenschein ging es gegen Mittag mit S-Bahn und Straßenbahn zum Höhenpark Killesberg. Wir waren insgesamt 36 Personen; das jüngste Baby war 7 Monate alt.

startBHF

Als erstes zog es uns alle natürlich zum Schwobablitz. Da wir nach der Mittagspause angekommen waren, musste wegen des großen Andrangs ein Teil von uns auf den zweiten Zug warten. Die Rundfahrt gab allen einen guten Eindruck von der Größe des Parks.

Das Leben wird durch viele Farben bunt

Wir können den Geflüchteten keine Heimat bieten. Wir können sie aber willkommen heißen und versuchen, ihnen den Aufenthalt in der Fremde zu erleichtern. Sie brauchen unsere Gastfreundschaft in der Fremde und unsere Offenheit für ihre Nöte und Sorgen!

Ziel ist, den Geflüchteten zu helfen mit Begleitung/Beratung im täglichen Leben, Integration in Deutschland und Hilfe beim Umgang mit Behörden und bei der Gesundheitsvorsorge.

Der AK-VIELFALT begleitet derzeit 62 Geflüchtete. 39 davon wohnen in der Hirschlanderstrasse 57 und 59; das Alter liegt zwischen 5 Monaten und 54 Jahren. Bisher sind schon 5 Geflüchtete aus der Hirschlanderstrasse 57 und 59 in eine eigene Wohnung weitergezogen. Wir gehen davon aus, dass bis Ende diesen Jahres ca. 20 weitere Geflüchtete in die Hirschlanderstrasse 59 einziehen. Schon länger suchen wir dringend Paten, d.h. Personen, die die „Familien“ z.B. beim Kontakt mit Behörden und bei der Gesundheitsvorsorge unterstützen.